FPV-Drohnen im Profi-Einsatz: Cinelifter, Kinokameras und Post-Stabilisierung (Teil III)

Marke, Content & Film
August 16, 2022

In Teil II ging es um FPV für Social Media, mit einer Einführung in die verschiedenen Drohnen, Action-Kameras und GoPro-Einstellungen. Teil III geht einen Schritt weiter: FPV-Drohnen im professionellen Einsatz, für kommerzielle und filmische Produktionen.

Gute Gründe für FPV

Beginnen wir mit einem Satz, den ich gern in Kundengesprächen sage: „Stabilisierte Standarddrohnen beobachten das Geschehen. FPV-Renndrohnen sind mittendrin, wenn nicht das Geschehen selbst.“ Diese Drohnen sind leistungsstark. Sie drehen sich um alle Achsen und fliegen Loopings und Flips, mit einer Kamera an Bord.

Damit lassen sich Perspektiven festhalten, die man so noch nie gesehen hat. Wir fliegen durch Firmengebäude und Immobilien, zeigen Landschaften oder jagen nachts ein Motorrad durch die Stadt. Die Einsatzmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

Jetzt denkst Du vermutlich: „Cool, aber was habe ich davon?“ In einer Welt, in der man sich Aufmerksamkeit erst verdienen muss, zählt der erste Moment. Warum also nicht mit actionreichen Videos, die Dein Publikum beeindrucken und mit der Frage zurücklassen, wie das wohl gefilmt wurde? FPV ist noch nicht Mainstream. Das hebt die Engagement-Rate und damit die Watch Time.

FPV-Drohnen für den professionellen Einsatz

Ursprünglich waren FPV-Drohnen fürs Racing gedacht. Filmemacher erkannten früh ihr Potenzial und rüsteten sie mit Action-Kameras aus. Für Social Media war das ideal, für die professionelle Produktion stieß es an Grenzen. Um Branchenstandards zu erfüllen, mussten FPV-Drohnen schwere Kinokameras tragen und größere Distanzen fliegen.

Wir testen unsere Drohnen unter den unterschiedlichsten Bedingungen, bevor sie in ein Kundenprojekt gehen. Wir mögen es nämlich nicht, wenn unsere Vögel vom Himmel fallen, und schon gar nicht vor Kunden. Auf eine Drohne verlassen wir uns dabei zu 100 Prozent: unseren treuen Freund, den X8 Cinelifter.

Unser treuer Freund, der X8 Cinelifter

Der X8 Cinelifter ist unter Medienprofis sehr beliebt. Wir kombinieren ihn am liebsten mit unserer Lieblings-Kinokamera, der RED Komodo. Einer unserer wichtigsten Cinelifter in dieser Kategorie ist der QSL Thicc. Er hat acht Motoren, vier oben und vier unten. Fällt einer aus, bringen die übrigen sieben die Drohne sicher nach Hause. Und das Beste: Der QSL Thicc fliegt sich fast so leicht wie ein 5"-Cinequad.

Indoor arbeiten wir mit großen Cinewhoops statt mit Cineliftern. Cinewhoops sind aktuell die sich am schnellsten entwickelnde FPV-Technologie am Markt, auch wegen der wachsenden Nachfrage aus der professionellen Medienproduktion.

Kinokameras und FPV-Drohnen

Grundsätzlich eignet sich jede Kamera für FPV-Clips. Ausgenommen sind Kameras mit IBIS (Internal Body Image Stabilization), weil ihr Sensor „schwimmt“. Bei FPV-Kameras muss der Sensor fest im Gehäuse sitzen.

In der FPV-Community ist die Blackmagic Pocket 4K wegen ihres Preis-Leistungs-Verhältnisses sehr beliebt. Wer sich austoben will, greift zur RED Komodo 6K, einem Biest von Kamera. Das R3D-Raw-Profil ist ein Segen für Cutter. Deshalb ist die RED Komodo unsere Kinokamera Nummer 1 für Prestige-Projekte.

Post-Stabilisierung

Die Post-Stabilisierung ist wahrscheinlich der zeitaufwändigste Schritt bei FPV-Clips. Bevor ein FPV-Video geschnitten werden kann, müssen die Drohnenbewegungen mit einer professionellen Software analysiert und synchronisiert werden. Je nach Codec dauert das bis zu einer Stunde für einen dreiminütigen Clip.

Damit unsere FPV-Videos flüssig wirken, montieren wir beim Dreh eine SteadXP-Komponente an die Kinokameras. SteadXP ist eine kombinierte Hard- und Softwarelösung, die extern Gyro-Daten erfasst und sie später mit dem Video synchronisiert. Vergleichbare Werkzeuge wie der Warp-Stabilisator in Adobe Premiere Pro liefern keine optimalen Ergebnisse. Für Action-Kameras wie die GoPro nutzen wir ReelSteady.

Weiter geht’s

Teil I stellt Simulatoren und Ausrüstung vor, Teil II FPV für die Content-Erstellung. In Teil IV schauen wir, wie die Automobilbranche FPV in ihrer Werbung einsetzt.

Noch Fragen zu FPV oder zu Deinem nächsten Projekt? Wende Dich gern unverbindlich an unser Team – es steht Dir mit Rat und Tat zur Seite.

Bis zum nächsten Mal,
Nikolay Keller

Kein Marketing-Blabla. Was sich gerade ändert – von KI-Suche bis Recruiting – und was es für Sie heißt. Alle Bereiche, eine Quelle.

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