In Teil I haben wir FPV-Simulatoren und Equipment vorgestellt und ein vollständiges Setup für eine Einsteigerdrohne zusammengestellt. Hier gehen wir einen Schritt weiter: FPV für die Content-Erstellung – in sozialen Medien, mit verschiedenen Drohnen und Action-Kameras.
FPV-Drohnen für Social Media
Wenn Du außergewöhnliche FPV-Videos suchst, ist YouTube die erste Anlaufstelle. Hier passiert die wahre Magie, hier inspirieren Pioniere wie Sam Kolder eine ganze Generation von Videografen. YouTube-Videos liegen meist im Format 16:9 oder 2.35:1 vor und lassen sich leicht für andere Plattformen anpassen.
Instagram liefert ein Format, das perfekt zu FPV-Videos passt. Reels sind bildschirmfüllende vertikale Clips von maximal 30 Sekunden. Mit der passenden Musik gehen FPV-Reels regelmäßig viral.
Deine Reels kannst Du ohne Änderungen auch auf TikTok hochladen. Plattformübergreifend zu arbeiten, lohnt sich für Deine Reichweite. Es gibt sogar eine Option, mit der Instagram Stories automatisch in Deiner Facebook Story landen. Praktisch.
Cinewhoops, Cinequads und Cinelifter
Cinewhoops sind ideal für langsame, filmische Aufnahmen in kleinen Räumen. Sie fliegen in Gebäuden oder sogar im Wald und richten dank ihres Propellerschutzes vergleichsweise wenig Schaden an.
Cinequads (5"-Quads) kommen wegen ihrer einfachen Handhabung oft für Social-Media-Clips zum Einsatz. Sie eignen sich hervorragend für Sport-, Natur- und Actionfilme im Freien. Setz sie nicht in Innenräumen oder in der Nähe von Menschen ein.
Cinelifter sind leistungsstarke Drohnen, vor allem für kommerzielle Projekte, bei denen sie Kinokameras tragen. Kinokameras liefern hochauflösende Bilder, sind aber im Vergleich zu Action-Kameras wie einer GoPro groß und schwer.
Action-Kameras und FPV-Drohnen
Für Action-Aufnahmen und Schulungen arbeiten wir meist mit der neuesten GoPro. Warum GoPro? Wir haben andere Action-Kameras getestet, waren mit den Ergebnissen aber nicht so zufrieden. Obwohl wir viele kommerzielle Projekte mit unserer Kinokamera drehen, ist die meistgenutzte Kamera noch immer die GoPro Hero 10. Manche Aufnahmen gelingen nur mit ihr, und sie zu Bruch zu fliegen ist deutlich günstiger als eine RED Komodo.
Für die Bildstabilisierung nutzen wir Reelsteady statt HyperSmooth, weil es den charakteristischen Look der Bilder erhält. Reelsteady ist derzeit wahrscheinlich das fortschrittlichste Tool auf Basis von Gyrodaten. Beachte: Es funktioniert nur mit GoPro.
Unsere GoPro-Einstellungen
Framing – 4:3
FPS – 50
Shutter – min. 1/100, besser 1/200
ISO – 100
Sharpness – Low
Color – Flat (mit Post Color Grading)
ND-Filter
Hinweis: Shutter mindestens 2× die Frame Rate für Motion Blur, besser 4×. Beispiel: 25 fps = 1/50, besser 1/100.
Profi-Hack für Creator
Statt in 16:9 zu filmen und das Video dann auf 9:16 für Reels oder TikToks umzuwandeln, empfehlen wir einen speziellen Adapter, mit dem Du diesen Schritt überspringst. Fixiere die Ausrichtung Deiner GoPro horizontal – sonst akzeptiert Reelsteady Deine FPV-Aufnahmen nicht.
Weiter geht’s
Teil III befasst sich mit FPV-Drohnen im professionellen Kontext – gemeinsam erkunden wir die Möglichkeiten für kommerzielle und filmische Anwendungen.
Noch Fragen zu FPV oder zu Deinem nächsten Projekt? Wende Dich gern unverbindlich an unser Team – es steht Dir mit Rat und Tat zur Seite.
Bis zum nächsten Mal,
Nikolay Keller
Kein Marketing-Blabla. Was sich gerade ändert – von KI-Suche bis Recruiting – und was es für Sie heißt. Alle Bereiche, eine Quelle.